Pferdehilfe Sonnenhof

Aufklärung & Tierschutz

Überall dort, wo Pferde für menschliche Zwecke eingesetzt werden – im Turniersport, auf der Rennbahn, im Zirkus – geraten ihre Bedürfnisse allzu oft in den Hintergrund. Beim Pferdehilfe Sonnenhof e.V. ist Aufklärung kein Nebenprojekt, sondern eine Herzensangelegenheit. Denn nur wer hinschaut, kann etwas verändern.

Was wir unter Aufklärung verstehen

Aufklärung bedeutet für uns: unbequeme Wahrheiten aussprechen, auch wenn sie im Widerspruch zu liebgewonnenen Traditionen stehen. Wir benennen tierschutzwidrige Praktiken beim Namen – nicht um anzuklagen, sondern um Bewusstsein zu schaffen. Viele Menschen, die Pferde reiten oder besitzen, ahnen gar nicht, was hinter den Kulissen des organisierten Reitsports, des Trabrennsports oder im Zirkusbetrieb passiert.

Unser Engagement basiert auf langjähriger praktischer Erfahrung, der Zusammenarbeit mit Fachleuten wie der renommierten Pferdetrainerin und Autorin Marlitt Wendt sowie auf den wissenschaftlichen Grundlagen ethologischer Pferdeforschung.

Tierschutzwidrige Praktiken im Pferdesport

Das deutsche Tierschutzgesetz ist eindeutig: Kein Tier darf ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch in der Praxis des Reitsports sieht die Realität häufig anders aus.

Rollkur und erzwungene Haltungen

Die sogenannte Rollkur – das extreme Überbiegen des Pferdehalses nach unten und innen – wird trotz internationaler Kritik weiterhin praktiziert. Die Methode führt zu erheblichem physischem und psychischem Stress beim Tier und ist aus ethologischer Sicht nicht vertretbar.

Sensibilisierung der Beine im Springsport

Im Springsport ist das sogenannte „Rapping" – das gezielte Schlagen an die Beine des Pferdes beim Überwinden eines Hindernisses oder das Einreiben mit schmerzenden Salben – zwar verboten, aber schwer zu kontrollieren. Pferde springen höher, weil sie Schmerz fürchten, nicht weil sie wollen.

Rennsport und frühzeitige Ausbeutung

Trabrenner und Galopper werden oft im Alter von zwei Jahren bereits intensiv trainiert und auf der Rennbahn eingesetzt – zu einem Zeitpunkt, zu dem der Bewegungsapparat noch nicht vollständig ausgereift ist. Verletzungen, Medikamentenmissbrauch und ein frühes „Karriereende" sind die häufige Folge. Pferde, die keine Leistung mehr bringen, landen oft im Schlachthof oder in anonymen Weitervermittlungen ohne jede Kontrolle.

Zirkus: Dressur durch Angst

Im Zirkusbetrieb fehlt es Pferden häufig an ausreichend Bewegungsfreiheit, Sozialstrukturen mit Artgenossen und natürlicher Beschäftigung. Dressurerfolge werden mitunter durch Methoden erzielt, die auf Unterwerfung und Schmerzvermeidung basieren – weit entfernt von einem respektvollen Umgang.

Was artgerechte Pferdehaltung wirklich bedeutet

Ein Pferd ist kein Sportgerät und kein Unterhaltungsobjekt. Es ist ein soziales, hoch sensibles Lebewesen mit einem tiefgreifenden Bedürfnis nach Bewegung, Gemeinschaft und natürlichem Verhalten. Artgerechte Haltung bedeutet:

  • Ausreichend Bewegung: Mindestens zwei Stunden täglich, möglichst Offenstall oder Paddockanlage
  • Soziale Kontakte: Pferde sind Herdentiere – Einzelhaltung schadet nachweislich der psychischen Gesundheit
  • Raufutter rund um die Uhr: Der Verdauungsapparat des Pferdes ist auf kontinuierliche Futteraufnahme ausgelegt
  • Schmerz- und stressfreie Ausbildung: Kommunikation statt Unterwerfung, Geduld statt Druck

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft stellt mit seinen Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen einen wichtigen Orientierungsrahmen bereit – doch diese Mindeststandards werden leider noch zu selten konsequent umgesetzt.

Gemeinsam für ein besseres Bewusstsein

Der Deutsche Tierschutzbund dokumentiert tierschutzwidrige Ausbildungsmethoden und setzt sich wie wir für einen grundlegenden Wandel im Umgang mit Pferden ein.

Wir laden jeden ein, der zweifelt, der Fragen hat oder der selbst erlebt hat, dass etwas nicht stimmt: Sprechen Sie mit uns. Besuchen Sie unsere Seminare. Teilen Sie diesen Inhalt. Denn Pferde können nicht für sich selbst sprechen – das müssen wir für sie tun.